Vom „Wir brauchen ungefähr 180 Quadratmeter“ zum strukturierten Raumprogramm
Am Anfang eines Wohnprojekts gibt es meistens viele Wünsche – aber noch kein wirkliches Raumprogramm.
„Wir brauchen ein großes Wohnzimmer.“
„Zwei Kinderzimmer wären wichtig.“
„Vielleicht später ein Büro.“
„Und im Alter möchten wir möglichst auf einer Ebene wohnen.“
Solche Aussagen sind für den Entwurf wichtig. Sie sind aber zunächst Anforderungen und keine Planung.
Der Raumprogramm-Dialog hilft dabei, diese Anforderungen systematisch zu erfassen und daraus ein nachvollziehbares erstes Raumprogramm zu entwickeln.
Ausgangspunkt ist ein Wohnprofil. Erfasst werden beispielsweise Anzahl der Erwachsenen und Kinder, gewünschte Kinderzimmer, Homeoffice, Gäste, Barrierefreiheit, Küchenform, Hauswirtschaft, Lagerbedarf, Mobilität, Hobbys oder ein möglicher späterer Einliegerbereich.
Aus diesen Angaben kann das Tool einen ersten Vorschlag für das Raumprogramm generieren.
Dieser Vorschlag ist bewusst nicht endgültig.
Alle Räume und Flächen können anschließend gemeinsam bearbeitet werden. Für Räume lassen sich Mindest-, Ziel- und Maximalflächen sowie Prioritäten und Hinweise zur Mehrfachnutzung hinterlegen.
Damit wird aus einer einfachen Raumliste nach und nach ein wesentlich genaueres Anforderungsprofil.
Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Beziehungen zwischen den Räumen.
Welche Bereiche sollen direkt miteinander verbunden sein? Wo ist Nähe sinnvoll? Welche Nutzungen sollten bewusst voneinander getrennt werden? Solche Zusammenhänge sind für einen guten Grundriss mindestens ebenso wichtig wie die reine Quadratmeterzahl.
Zusätzlich berechnet das Tool Flächensummen und ergänzt Annahmen für Verkehrs-, Technik-, Neben- und Konstruktionsflächen. Dadurch lässt sich früh überprüfen, ob Wunschprogramm und angestrebte Gesamtfläche überhaupt zusammenpassen.
Offene Entscheidungen und automatisch erkannte Hinweise können ebenfalls dokumentiert werden. Am Ende entsteht eine Zusammenfassung, die als gemeinsamer Abstimmungsstand zwischen Bauherrschaft und Planungsteam dienen kann.
Das Tool ersetzt damit nicht das persönliche Planungsgespräch.
Im Gegenteil: Es soll dieses Gespräch besser machen.
Statt Anforderungen über mehrere E-Mails, handschriftliche Notizen und unterschiedliche Tabellen zu verteilen, entsteht eine gemeinsame Struktur, über die konkret gesprochen werden kann.
Denn ein gutes Raumprogramm beantwortet nicht nur die Frage:
„Welche Räume brauchen wir?“
Sondern vor allem:
„Wie wollen wir eigentlich leben – heute und in Zukunft?“
Im Erklärvideo zeigen wir, wie aus einem Wohnprofil Schritt für Schritt ein editierbares Raumprogramm mit Flächen, Prioritäten und Raumbeziehungen entsteht.




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